Bettina

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machs gut kleiner Strolch

In Allgemein on 18. August 2010 at 23:17
Nun ist er tot, der kleine große Hund, der mich über acht seiner fünfzehn Lebensjahre begleitete.
Was mir bleibt ist Erinnerung, aber dafür sind mir die Bilder der letzten Zeit noch zu stark im Gedächtnis, um mich darin ergehen zu können.
Eigentlich soll er mit seiner Geschichte der indirekte Held des Krimis werden, den ich seit Zeiten schreiben will und Material gesammelt habe. Aber kaum, dass ich diesen Blog dafür eingerichtet hatte , mein Avatar mit seinem Bild schmückte – und mir den Alias  Strolchine Schnüffel zulegte, wurden andere Themen wichtiger abzuarbeiten und so zog sich der Beginn hin.
Meinen Strolch hatte ich aus dem Berliner Tierheim geholt. Schon dort zeigte  sich , dass er nicht so war, wie ich mir meinen Hund gewünscht hätte und doch hat er von Anfang an mein Herz erobert, weil er so war wie er war, eine kleiner Kröterich, der gleich vertrauensvoll auf mich fixiert war.
Gemeinsam machten wir lange Spaziergänge auf denen ich meine Texte überdenken konnte,  Gedichte andachte oder mittels mp3
viele Hörbücher konsumierte.
Mit ihm habe ich mir viel Zeit für mich nehmen können und dadurch eine Zeit, in der es mir nicht gut ging, überstanden. Und irgendwie habe ich durch ihn zu einer leichteren, unkomplizierteren Lebenseinstellung gefunden.
Strolch war herzkrank und bekam Tabletten. Das ging lange gut, doch in diesem Jahr hatte sich sein Gesundheitszustand dramatisch verschlechtert. So viele Tage, an denen er kaum eine Pfote vor die andere setzen konnte, Medikamente brachten keine Besserung mehr, er stand morgens nicht mehr auf, er konnte sich nicht mehr freuen, wenn ihm liebe Menschen zu Besuch kamen, er wurde sehr mager obwohl er noch fraß.
Die Herzinsuffizienz hatte das 6. und letzte Stadium erreicht.
Es tat so weh, den Hund so leiden zu sehen und da sich mein Wunsch, mit dem ich jeden Abend zu Bett ging nicht erfüllte, – dass er am Morgen nicht mehr aufwachen wird – musste ich den schweren Schritt gehen und den Tierarzt bitten ihn zu erlösen.
Ich bin traurig, und ich bin froh das gemacht zu haben. Er schlief ganz friedlich in meinem Armen ein, für die zweite, entscheidende Spritze wurde ich kurz hinausgeschickt und danach lag er da, friedlich, entspannt,  von seinem Leiden erlöst.